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Marokko: das Land der 1001 Landschaften und Geschichten

Vortrag von Andi Hartel und Ahmed Messoudi.

Marokko hat sehr unterschiedliche Gesichter: Araber, Berber, Tuareg, Afrikaner und Europäer mit festen Wurzeln. Lass uns durch die Gassen von El Medina schleichen aber diesmal seid Ihr zu den Innenhöfen der Häuser eingeladen.

Schauen wir rein in die Paläste der Reichen aber auch die bescheidenen Domizile der normalen Marokkaner. Hier wird nicht das touristische Marokko gezeigt, sondern Marokko mit all seinen Gesichtern, Fassaden, Freude, Traurigkeit und Dynamik, das „Wahre Marokko“. Erstaunlich schön, ehrlich und brutal.

Ein wunderschönes Land macht ihre Geheimnisse für euch auf durch schöne Bilder von  Andi Hartl, ehrliche Anekdoten von Ahmed Messoudi und viel zu erfahren von uns beiden.

Marokkanische Sprichwort  „Die Zweige geben Kunde von der Wurzel“

Vom Leben in einer jüdischen/arabischen Stadt in Israel

Ilan Katz, ehemaliger Lehrer aus Ma’alot/Israel und Partner des Bayerischen Jugendrings, kommt auf Einladung von Günter Wurm und der DIG Augsburg.

Er wird referieren über die Situation im Nahen Osten und über die allgemeine politische Lage. Auch wird er zahlreiche Einblicke in die alltäglichen Probleme des Zusammenlebens von v. a. Juden, Muslimen, Drusen und Christen geben.

Ilan Katz, der selbst mit vielen Palästinensern befreundet ist, wird die Möglichkeiten der Kooperation von Lehrern aufzeigen. Er wird aufzeigen, dass es in der Vergangenheit immer wieder Versuche von palästinensischen und israelischen Lehrern gab, gemeinsame Lehrpläne und Schulbücher zu entwickeln.

Damals schon traf er sich zu Seminaren in der Türkei oder in England, weil diese in Israel nicht möglich waren. Heute finden solche Kooperationsseminare leider kaum noch statt, weil die politische Lage nach dem Scheitern der Road Map schwieriger geworden ist. Doch wenn es gelänge, die Jugend wieder mit gegenseitiger Toleranz und ohne Stereotype zu erziehen, ist auch eine friedliche Zukunft im Nahen Osten möglich. Sein eigenes Umfeld in Ma’alot mit dem benachbarten arabischen Dorf Tarshiha zeige, dass ein Zusammenleben verschiedener Volksgruppen in gegenseitiger Toleranz und Achtung funktionieren könne.

Freier Eintritt! Für Spenden zur Deckung der Unkosten des Vortrags und das Städtefreundschaftsprojekt Mering/Karmiel freuen wir uns sehr!

Wir freuen uns auf Euer kommen!

Khalil Gibran – ein Brückenbauer zwischen der christlichen und der islamischen Welt

Vortrag von Dagmar Rohde.

Der Dichter, Maler und Philosoph Khalil Gibran (1883-1931) war eine interessante, vielseitige Persönlichkeit und verstand sich als Brückenbauer zwischen der christlichen und der islamischen Welt. Ich habe sein Werk „Der Prophet“ schon oft bei Veranstaltungen vorgetragen und lese selbst häufig darin, weil die Text klug, poetisch, leicht verständlich und zeitlos sind.

Seine Biographie ist hochinteressant und die aktuelle Situation in seiner Heimat Libanon ist tragisch, umso interessanter ist es, seine philophischen Ansätze und die mutmachende Geschichte seines Lebens zu erfahren. Ich werde diese für Euch und die Uni aufbereiten und mit Euch im Anschluss bei einem Tee oder Wein seine Gedanken reflektieren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Khalil_Gibran

Medizin im Reich des Kalifen

Vortrag  von Dr. Ahmed Messoudi (Dozent und Forscher in der Ludwig-Maximilians Universität München, medizinische Fakultät)

Liebe Freunde, Salam-Alaikum
Komm mit mir in einer Reise in alte arabische und islamische Welt besonderes ihre Gesundheit und Heilung

Kurzbeschreibung: Ein Brief vom Sohn an seinen Vater

Lieber Vater! Du fragst, ob du mir Geld bringen sollst. Wenn ich entlassen werde, bekomme ich vom Krankenhaus einen neuen Anzug und fünf Goldstücke für die erste Zeit, damit ich nicht sofort wieder arbeiten muss. Du brauchst also von deiner Herde kein Tier verkaufen.

Du musst aber bald kommen, wenn du mich noch finden willst. Ich liege auf der orthopädischen Station neben dem Operationssaal. Wenn du durch das Hauptportal kommst, gehst du an der südlichen Außenhalle vorbei. Das ist die Poliklinik, wohin sie mich nach meinem Sturz gebracht hatten. Dort wird jeder Kranke zuerst von den Assistenzärzten und Studenten untersucht, und wer nicht unbedingt Krankenhausbehandlung braucht, bekommt dort sein Rezept, das er sich nebenan in der Krankenhausapotheke anfertigen lassen kann.

Ich wurde nach der Untersuchung dort registriert und dem Oberarzt vorgeführt, ein Wärter trug mich in die Männerstation, machte mir ein Bad und steckte mich in saubere Krankenhauskleidung. Aber du lässt linker Hand auch die Bibliothek und den großen Hörsaal, wo der Chefarzt die Studenten unterrichtet, hinter dir. Der Gang links vom Hof führt zur Frauenstation, du musst dich also rechts halten und an der Inneren Abteilung und der Chirurgischen vorbeigehen… Wenn du Musik oder Gesang aus einem Raum vernimmst, sieh hinein. Vielleicht bin ich dann schon in dem Tagesraum für die Genesenden, wo wir Musik und Bücher zu unserer Unterhaltung haben.

Als der Chefarzt heute morgen mit seinen Assistenten und Wärtern auf Visite war und mich untersuchte, diktierte er dem Stationsarzt etwas, was ich nicht verstand. Der erklärte mir hinterher, dass ich morgen aufstehen darf und bald entlassen werde. Dabei mag ich gar nicht fort. Alles ist so hell und sauber hier. Die Betten sind weich, die Laken aus weißem Damast und die Decken flaumig und fein wie Samt. In jedem Zimmer ist fließendes Wasser, und jedes wird geheizt, wenn die kalten Nächte kommen. Fast täglich gibt es Geflügel oder Hammelbraten für den, dessen Magen es verträgt. Mein Nachbar hatte sich schon eine ganze Woche lang kränker gestellt, als er war, nur um die zarten Hühnerbrüstchen noch ein paar Tage länger genießen zu können. Der Chefarzt hat aber Verdacht geschöpft und ihn gestern nach Hause geschickt, nachdem er zum Beweis seiner Gesundheit noch einen Laib Brot und ein ganzes Huhn verzehren durfte.

Also komm, bevor mir mein letztes Huhn gebraten wird!

[zitiert nach: S. Hunke: ”Allahs Sonne über dem Abendland“ Unser arabisches Erbe. Stuttgart 1960].

Dieser Brief schildert die Verhältnisse eines arabischen Krankenhauses von vor 1000 Jahren. Solche Verhältnisse fand man in jeder größeren Stadt jener Zeit, von Zentralasien bis Spanien.