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Verselbständigung von Wirtschaft und Politik auf Kosten der Lebenswelt – Jürgen Habermas‘ moderne Gesellschaftstheorie

 Vortrag von Simon Reichersdorfer.

Die Grundzüge von Jürgen Habermas‘ sozialwissenschaftlicher Theorie des kommunikativen Handelns. Simon Reichersdorfer wird einen 90-minütigen (also in Vorlesungslänge angesetzten) Vortrag halten.

Zur Person:

Simon Reichersdorfer ist  Student an der Stadluni und Philosoph und jetzt auch endlich Dozent bei uns.

Was ist Kreativität?

Vortrag von Martina Zerle.

Für die einen ist es ein Bild malen oder Musik komponieren, für die anderen sind es technische Entwicklungen oder Erfindungen. Manche sagen, die Schöpfung ist der erste große kreative Akt in unserem Dasein.

Welche Formen der Kreativität gibt es und was haben sie mit unserem kulturellen Gedächtnis zu tun? Wir nähern uns der Kreativität mit ganz traditionellen Erklärungen, untersuchen ihre Entwicklung und ihren wirtschaftlichen Wert. Welche Rolle spielen dabei soziale Netzwerke und was zeichnet kreative Menschen wie Wolfgang von Goethe, Leonardo da Vinci und Nicolai Tesla aus.

Wie können wir selbst kreativ, oder kreativer werden? Techniken wie z.B. Brainstorming, der Morphologische Kasten und das 6-Hüte-Denken können uns dabei unterstützen. Wir lernen kennen, was sich bei kreativen Prozessen in unserem Gehirn abspielt, wie dabei rechte und linke Gehirnhälfte funktionieren und welche Bedeutung die Hirnfrequenzen und das Bewusstsein haben. Wo kommen kreative Gedanken her und was haben sie mit Spiritualität zu tun.

Wie hilft uns dieses Wissen weiter? Beeinflusst es unseren Blick auf die Welt und liefert uns ein Verständnis dafür, warum Kreativität wichtig ist und welche Herausforderungen damit für die Zukunft verbunden sind?

Lassen Sie sich inspirieren und werden Sie kreativ.

Landschaftsgeschichte – Waldgeschichte – Landnutzung im Spiegel der Flurnamen

Vortrag von Toni Drexler aus Hörbach

2009-07-14_158_Haspelmoor-165x120Warum ist es hier hügelig – dort flach, hier feucht – dort trocken, hier Wald – und dort Wiese oder Acker? Warum liegt dieses Dorf im Tal, das andere auf einer Anhöhe?

Am Ende der letzten Eiszeit, vor ca. 12000 Jahren, wurde unsere Landschaft geformt, danach hat sie sich jedoch immer wieder verändert: durch das Klima, durch geänderte Wirtschaftsverhältnisse oder durch politische Ereignisse. Flurnamen oder Aufzeichnungen aus alten Archiven geben uns hierüber Auskunft und man kann bei genauer Betrachtung der Landschaft auch einiges über deren Geschichte erfahren.

Vortrag mit Bildern von Toni Drexler, Kreisheimatpfleger Fürstenfeldbruck und „Kulturlandrat Mittlerer Lechrain“.

Kosmos der Farben

Vortrag von der Diplom-Farbberaterin ICA

Farbe ist ein sehr weites Feld, das in alle Bereiche unseres Lebens hineinspielt, oft, ohne dass wir es wahrnehmen. Wie sehr dennoch Farbe unser tägliches Leben bestimmt, sehen wir vor allem in der Mode, in Trends bei Autofarben, Architektur, Produktgestaltung bis dahin gehend, dass wir uns bestimmten Farben gar nicht mehr entziehen können, weil es andere gar nicht gibt, wie beispielsweise in der Mode.

Ich versuche Farbe unter ganz verschiedenen Aspekten zu betrachten, wie Farbphänomene, Geschichte der Farbe, Farbmetrik, Psychologie der Farbe sowie Farbgestaltung, um so einen Eindruck zu vermitteln, welche Facetten Farbe eigentlich hat.

Christl Melle
Diplom-Farbberaterin ICA

Medizin im Reich des Kalifen

Vortrag  von Dr. Ahmed Messoudi (Dozent und Forscher in der Ludwig-Maximilians Universität München, medizinische Fakultät)

Liebe Freunde, Salam-Alaikum
Komm mit mir in einer Reise in alte arabische und islamische Welt besonderes ihre Gesundheit und Heilung

Kurzbeschreibung: Ein Brief vom Sohn an seinen Vater

Lieber Vater! Du fragst, ob du mir Geld bringen sollst. Wenn ich entlassen werde, bekomme ich vom Krankenhaus einen neuen Anzug und fünf Goldstücke für die erste Zeit, damit ich nicht sofort wieder arbeiten muss. Du brauchst also von deiner Herde kein Tier verkaufen.

Du musst aber bald kommen, wenn du mich noch finden willst. Ich liege auf der orthopädischen Station neben dem Operationssaal. Wenn du durch das Hauptportal kommst, gehst du an der südlichen Außenhalle vorbei. Das ist die Poliklinik, wohin sie mich nach meinem Sturz gebracht hatten. Dort wird jeder Kranke zuerst von den Assistenzärzten und Studenten untersucht, und wer nicht unbedingt Krankenhausbehandlung braucht, bekommt dort sein Rezept, das er sich nebenan in der Krankenhausapotheke anfertigen lassen kann.

Ich wurde nach der Untersuchung dort registriert und dem Oberarzt vorgeführt, ein Wärter trug mich in die Männerstation, machte mir ein Bad und steckte mich in saubere Krankenhauskleidung. Aber du lässt linker Hand auch die Bibliothek und den großen Hörsaal, wo der Chefarzt die Studenten unterrichtet, hinter dir. Der Gang links vom Hof führt zur Frauenstation, du musst dich also rechts halten und an der Inneren Abteilung und der Chirurgischen vorbeigehen… Wenn du Musik oder Gesang aus einem Raum vernimmst, sieh hinein. Vielleicht bin ich dann schon in dem Tagesraum für die Genesenden, wo wir Musik und Bücher zu unserer Unterhaltung haben.

Als der Chefarzt heute morgen mit seinen Assistenten und Wärtern auf Visite war und mich untersuchte, diktierte er dem Stationsarzt etwas, was ich nicht verstand. Der erklärte mir hinterher, dass ich morgen aufstehen darf und bald entlassen werde. Dabei mag ich gar nicht fort. Alles ist so hell und sauber hier. Die Betten sind weich, die Laken aus weißem Damast und die Decken flaumig und fein wie Samt. In jedem Zimmer ist fließendes Wasser, und jedes wird geheizt, wenn die kalten Nächte kommen. Fast täglich gibt es Geflügel oder Hammelbraten für den, dessen Magen es verträgt. Mein Nachbar hatte sich schon eine ganze Woche lang kränker gestellt, als er war, nur um die zarten Hühnerbrüstchen noch ein paar Tage länger genießen zu können. Der Chefarzt hat aber Verdacht geschöpft und ihn gestern nach Hause geschickt, nachdem er zum Beweis seiner Gesundheit noch einen Laib Brot und ein ganzes Huhn verzehren durfte.

Also komm, bevor mir mein letztes Huhn gebraten wird!

[zitiert nach: S. Hunke: ”Allahs Sonne über dem Abendland“ Unser arabisches Erbe. Stuttgart 1960].

Dieser Brief schildert die Verhältnisse eines arabischen Krankenhauses von vor 1000 Jahren. Solche Verhältnisse fand man in jeder größeren Stadt jener Zeit, von Zentralasien bis Spanien.