Einblicke in Geschichte, Kultur und Herausforderungen eines faszinierenden Landes
Vortrag von Alexia Nukuranziza und Übersetzung durch Heike Körfer
Vor 30 Jahren erschütterte der Völkermord in Ruanda die Welt. Was in jenen Wochen geschah, gehört zu den dunkelsten Kapiteln des 20. Jahrhunderts und es hat das Land bis heute geprägt. Aus dieser Tiefe heraus lebt Ruanda heute den Grundsatz: Never again.
Alexia Nukuranziza hat diesen Schmerz am eigenen Leib erfahren. Im Genozid verlor sie ihre Eltern. Durch die Unterstützung von Pater Hermann Schulz, der das Jugenddorf in Musha aufgebaut hatte, konnte sie die für sie und ihr ganzes Land so schwere Zeit in Italien verbringen, wo sie Agrartechnik studierte. Nach ihrem Abschluss kehrte sie nach Ruanda zurück. Seither unterstützt sie Pater Hermann bei der Leitung des Jugenddorfes und war zunächst als Lehrerin, dann als Schulleitung an der ETSK tätig. Heute gehört sie zur Geschäftsleitung beider Einrichtungen.
In den Jahren dazwischen hat sich Alexia vielfältig weitergebildet: in Trainings zur Förderung von Frauen und Mädchen, zur Nachbarschaftsentwicklung, zu Führung in Vielfalt und zum Thema Gewalt gegen Frauen.
In ihrem Vortrag öffnet sie den Blick auf Natur, Geschichte und Kultur ihres Heimatlandes. Sie erzählt vom Jugenddorf Hameau des Jeunes, das Waisen und Kinder in schwierigen Lebenslagen aufnimmt und versorgt, von der Schule ETSK und vom Projekt Ifashe Tugufashe. Und sie berichtet, wie ein Land mit dem schwersten denkbaren Erbe umgeht – und wie es lernt, aus diesem Erbe Kraft für die Zukunft zu schöpfen.